Vermögen und Steuer

Steuererklärung 2026: Was Soldatinnen und Soldaten oft verschenken

VorsorgebundStand: Juli 2026
Kurzfassung: Die Entfernungspauschale gilt seit einer Gesetzesänderung einheitlich mit 38 Cent pro Kilometer, ohne Staffelung. Wer ohne Steuerberater abgibt, hat für das Steuerjahr 2025 noch bis zum 31. Juli 2026 Zeit, mit Steuerberater bis zum 28. Februar 2027. Und selbst wer bisher nie eine Erklärung abgegeben hat, kann das für die vergangenen vier Jahre nachholen.

Die meisten Soldatinnen und Soldaten sind nicht verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben. Genau das führt dazu, dass viele es einfach lassen, obwohl sich eine freiwillige Erklärung in den meisten Fällen finanziell lohnt. Hier die wichtigsten Punkte, mit dem genauen Gesetzestext dahinter, damit du es nicht nur behauptet, sondern nachgelesen bekommst.

Musst du überhaupt eine Steuererklärung abgeben?

Als Angestellte oder Angestellter, und dazu zählen auch Soldatinnen und Soldaten, wird die Lohnsteuer direkt von der Besoldung abgezogen. Eine Pflicht zur Abgabe einer Erklärung besteht nur unter bestimmten Voraussetzungen, etwa bei mehreren Dienstverhältnissen oder bestimmten Steuerklassenkombinationen. Ohne diese Voraussetzungen ist die Abgabe freiwillig, sogenannte Antragsveranlagung.

„wenn die Veranlagung beantragt wird, insbesondere zur Anrechnung von Lohnsteuer auf die Einkommensteuer“

§ 46 Absatz 2 Nummer 8 Einkommensteuergesetz (EStG)

In der Praxis heißt das: Wenn dir während des Jahres Werbungskosten entstanden sind, etwa durch den Weg zur Kaserne oder durch einen Lehrgang, kannst du dir zu viel gezahlte Lohnsteuer über eine freiwillige Erklärung zurückholen.

Die Entfernungspauschale: 38 Cent pro Kilometer, ohne Staffelung

Für den Arbeitsweg zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte, bei euch also in der Regel die Kaserne oder Dienststelle, gilt eine Pauschale pro vollem Kilometer. Früher war diese Pauschale gestaffelt, für die ersten Kilometer weniger, ab einer bestimmten Distanz mehr. Das ist inzwischen vereinheitlicht.

„eine Entfernungspauschale für jeden vollen Kilometer der Entfernung zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte von 0,38 Euro anzusetzen, höchstens jedoch 4.500 Euro im Kalenderjahr“

§ 9 Absatz 1 Satz 3 Nummer 4 EStG

Der Deckel von 4.500 Euro gilt nicht, wenn du mit dem eigenen Auto fährst. Ein Rechenbeispiel, damit die Zahl greifbar wird:

Beispielrechnung
Arbeitsweg einfache Strecke18 km
Arbeitstage im Jahr, überschlägig210
Pauschale je Kilometer0,38 €
Ergebnis: 18 km × 210 Tage × 0,38 €1.436,40 €

Dieser Betrag mindert dein zu versteuerndes Einkommen, er wird also nicht 1:1 als Geld ausgezahlt, sondern reduziert die Steuerlast. Trotzdem: Das ist ein Betrag, den viele gar nicht erst geltend machen, weil sie keine Erklärung abgeben.

Verpflegungsmehraufwand bei Lehrgang und Kommandierung

Wer für einen Lehrgang oder eine Kommandierung von der Stammdienststelle abwesend ist, kann zusätzlich einen pauschalen Betrag für die entstandenen Verpflegungsmehrkosten ansetzen, unabhängig davon, was tatsächlich ausgegeben wurde.

„28 Euro für jeden Kalendertag, an dem der Arbeitnehmer 24 Stunden von seiner Wohnung und ersten Tätigkeitsstätte abwesend ist“  ·  „jeweils 14 Euro für den An- und Abreisetag“

§ 9 Absatz 4a EStG

Für Tage mit einer Abwesenheit von mehr als 8 Stunden, ohne Übernachtung, gilt ebenfalls der Satz von 14 Euro. Wichtig: Diese Pauschale gilt laut Gesetz nur für die ersten drei Monate an derselben auswärtigen Tätigkeitsstätte, danach entfällt der Anspruch.

Die Fristen für die Steuererklärung 2025

Für das Steuerjahr 2025, das du jetzt, 2026, einreichst, gelten zwei unterschiedliche Fristen, je nachdem, ob dich jemand steuerlich berät.

Ohne Beratung: „spätestens sieben Monate nach Ablauf des Kalenderjahres“. Mit Beratung durch Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein: „spätestens bis zum letzten Tag des Monats Februar“ des übernächsten Jahres.

§ 149 Absatz 2 und Absatz 3 Abgabenordnung (AO)

Für das Steuerjahr 2025 bedeutet das konkret: 31. Juli 2026 ohne Steuerberater, 28. Februar 2027 mit Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein. Wer freiwillig abgibt, also keiner Pflicht unterliegt, ist an diese Fristen nicht gebunden, siehe nächster Abschnitt.

Bis zu vier Jahre rückwirkend

Wer bisher noch nie eine freiwillige Erklärung abgegeben hat, kann das nachholen. Für die Antragsveranlagung gilt die reguläre Festsetzungsfrist.

„die Festsetzungsfrist beträgt vier Jahre für Steuern und Steuervergütungen“

§ 169 Absatz 2 AO

Praktisch heißt das: 2026 lässt sich in der Regel noch für die Jahre bis zurück ins Jahr 2022 eine freiwillige Erklärung nachreichen. Ob das in deinem Fall genau so greift, hängt vom Einzelfall ab, dafür lohnt sich ein Blick zum Finanzamt oder zu einem Steuerberater.

Wenn du wissen willst, was davon konkret für dich gilt und was du sonst beim Thema Vermögen und Steuer beachten solltest, klären wir das gemeinsam.

Aufklärung anfragen

Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle Steuerberatung. Er beschreibt die allgemeine Rechtslage nach den unten verlinkten Quellen, Stand Juli 2026. Einzelfälle können abweichen.

Quellen